Ich bin Carlotta,
seit 2019 bin ich als Physiotherapeutin tätig.
Ich wohne in Köln, wo ich auch meine Ausbildung an der Uniklinik absolvierte. Köln ist meine Wahlheimat, groß geworden bin ich auf einem Dorf im Aachener Umland.
Ich habe meinen Beruf lieben gelernt.
Als Berufsanfängerin war das nicht so, denn ich hatte viel Frust, weil ich das Gefühl hatte, überwiegend als Therapeutin zu versagen.
Viele Patienten schienen nicht motiviert genug, ich traf in den Behandlungen auf Widerstand statt auf Aufnahmebereitschaft.
Den Patienten mangelnde Motivation zu unterstellen – oder wie man in Fachsprache sagt “fehlende Compliance” – war einfach, führte aber zu gar nichts außer Frust auf beiden Seiten.
Ich hab gemerkt, dass etwas schiefläuft, und zwar so grundlegend, dass es nicht mit der nächsten Fortbildung getan war.
Was es brauchte, war eine persönliche Entwicklung meinerseits.
Der Wendepunkt kam mit dem tieferen Verständnis für mein Gegenüber.
Und das erreichte ich nicht etwa, weil ich nur den anderen besser kennenlernte, sondern weil ich mich selbst besser kennenlernte.
Tiefe kann man nur in sich selbst erlangen. Seiten, die ich an mir beobachtet und verstanden habe, kann ich auf eine ganz andere Art und Weise in anderen verstehen.
Als ich anfing, meine Patienten besser zu verstehen, konnte ich sie viel besser dort abholen, wo sie grade standen.
Ich habe meinen Fokus verändert und so wurden Patienten mit wenig Kapazität von einer frustrierenden Aufgabe zu einer besonderen – die mir sogar besondere Freude bereitet.
Allerdings stieß ich nun an eine andere Grenze, ganz konkret: die Vorgaben der Krankenkassen, die meine Therapie zeitlich limitieren und inhaltlich einschränken.
Auf eine gewisse Art ist das auch okay, denn es handelt sich um eine Versicherungsleistung und daher kann man nur ein gewissen Mindestmaß erwarten.
Ich kann mich damit arrangieren. Aber mir reicht das nicht.
Ich hab echte Veränderung erlebt und das gibt mir so viel Rückenwind , dass dieses Thema mehr und mehr zu meinem Steckenpferd wird – vielleicht wäre sogar Leidenschaft das richtig Wort.
Ich kann fühlen, wie es ist , es eigentlich besser zu wissen und trotzdem festzustecken. Und mittlerweile weiß ich, in welcher Richtung man den Weg da raus suchen muss. Das möchte ich unbedingt teilen.
Deswegen bin ich hier.

